Behandlungsablauf

Wie ist der Ablauf eines Behandlungszyklus?

Jeder Behandlungszyklus wird sorgfältig und den individuellen Bedürfnissen entsprechend geplant. Besonders die IVF- und ICSI-Behandlungen erfordern eine perfekte Zeiteinteilung. Der Zeitrahmen für einen Behandlungszyklus variiert zwischen 4-6 Wochen. Denken Sie also eher langfristig. So vermeiden Sie Enttäuschungen und Frustration.
Die IVF-Behandlung besteht aus verschiedenen Phasen, die wir Ihnen kurz schildern wollen. Natürlich wird jede Behandlung individuell auf Sie abgestimmt. Deshalb kann es auch zu Abweichungen von dem hier skizzierten Ablauf kommen.

Vorbereitungsphase

Der Behandlungsbeginn ist im Allgemeinen abhängig von der Stimulationsmethode, welche Ihr behandelnder Arzt nach individuellen Gesichtspunkten auswählt.

Beim langen Protokoll beginnt die Behandlung in der zweiten Zyklushälfte vor dem eigentlichen Stimulationszyklus (ca. 21.Zyklustag). Durch die Gabe bestimmter Medikamente, sogenannter GnRH-Analoga, wird vorübergehend die körpereigene Produktion an Fruchtbarkeitshormonen reduziert. Wir nennen diesen Vorgang Down-Regulation. Damit lässt sich der Stimulationszyklus besser steuern. Ein möglicherweise vorzeitiger Eisprung wird verhindert.

Alternativ wird beim Antagonistenprotokoll auf eine vorherige Down-Regulation verzichtet. Die Verhinderung vorzeitiger Eisprünge erfolgt mithilfe von sogenannten GnRH-Antagonisten erst während der Stimulation.

Stimulationsphase

Die eigentliche Stimulation der Eierstöcke mit follikelstimulierendem Hormon (FSH) beginnt meistens am zweiten Tag des Zyklus. Ziel ist, gleich mehrere Eizellen zur Reifung zu bringen. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Befruchtung. Die Stimulation dauert etwa 10 bis 14 Tage und erfordert tägliche Hormonspritzen, die Sie sich selbst injizieren können.

Während der Stimulationsphase sind engmaschige Ultraschalluntersuchungen und Hormonwertbestimmungen im Blut zur Überwachung der Eizellreifung notwendig.

Auslösen des Eisprungs

Sobald die Untersuchungen zeigen, dass der optimale Zeitpunkt zum Auslösen des Eisprungs gekommen ist, wird die FSH-Behandlung beendet und der Eisprung durch eine hCG-Spritze ausgelöst.

Eizellentnahme

34-36 Stunden später, d.h. am übernächsten Tag nach der hCG-Spritze, werden die Follikel unter Ultraschallkontrolle mit Hilfe einer feinen Nadel durch die Scheide abpunktiert (Follikelpunktion). Um Ihnen diesen Eingriff zu erleichtern, wird Ihnen eine kurze Narkose verabreicht. An dem Tag der Eizellentnahme muss auch der Partner zur Spermaabgabe mit anwesend sein. Nach etwa 2 Stunden können Sie wieder nach Hause gehen.

Embryotransfer

Ist im Nährmedium mindestens ein Embryo herangereift, wird Ihnen dieser über einen dünnen, biegsamen Katheter zwischen dem 2. und 5. Entwicklungstag in die Gebärmutterhöhle eingespült. Diese Übertragung ist fast immer schmerzlos. Die Anzahl der zu übertragenden Embryonen wird individuell mit Ihnen festgelegt, um bei guten Erfolgsaussichten die Zahl der Mehrlingsgeburten mit ihren Komplikationen gering zu halten.
Ob Ihr Mann beim Embryotransfer dabei sein möchte, sollten Sie gemeinsam entscheiden.

Gelbkörperphase/2. Zyklushälfte

Nun beginnt die lange Zeit des Wartens, die oft schwierig zu ertragen ist, weil sie mit großer innerer Anspannung und Unruhe verbunden sein kann. Auch wenn es schwer fällt, versuchen Sie, sich abzulenken und ein „normales Leben“ zu führen. Körperlich sollten Sie sich etwas schonen und eine starke Temperaturerhöhung oder Kreislaufbelastung vermeiden. Medikamentös wird die 2. Zyklushälfte durch Progesterongaben (Vaginalkügelchen) unterstützt. Zwei Wochen nach dem Embryotransfer wird ein Schwangerschaftstest durchgeführt. Sollte dieser positiv sein erfolgt etwa drei Wochen später eine Ultraschalluntersuchung zur klinischen Bestätigung der Schwangerschaft.